"Come on, you can't take fashion too serious!"

Interview mit Emir Eralp- Photograph für Nylon, Deutsch, Vogue Turkey, Sebastian Professional, Wildfox Couture, Harvey Nichols, ...







Hat die Mode dich gefunden, oder hast du die Mode gefunden?
Die Mode hat mich gefunden.Ich habe eigentlich Film studiert und da es damals keine Jobs in der Filmbranche gab, habe ich mich einfach in den Milk Studios beworben . Ich wurde sofort engagiert. Es war ein gut bezahlter Job und eine harte Schule. Ich war nicht besonders an Mode interessiert, arbeitete aber gleich als Assistent von David Sims ( V Magazine, Vogue) und Kutlu (L’oreal, Schwarzkopf), die mir viel gelernt haben. Oh Gott, ich war ein schlechter Praktikant. :)Im Gegensatz zu den anderen stellte ich Fragen und wollte mit jedem reden. Erst im Laufe der Zeit habe ich gelernt zu beobachten und einfach meinen Mund zu halten. Arbeiten und keine Fragen stellen, so läuft das ab.

Wie würdest du deine Arbeit beschreiben?
Um erfolgreich zu werden braucht man ein gewisses Ego. Trotzdem muss man Mode mit einem Augenzwinkern betrachten. Perfekt retuschierte Bilder sind langweilig und überholt. Sujets, die nicht perfekt sind, machen viel mehr Spaß.
Ich arbeite sehr eng mit einigen Stylisten aus NY zusammen. Ich kenne ihre Arbeit und sie meine. Wir ergänzen uns und entwickeln Ideen weiter.  Außerdem will ich ein Manifest über die Avantgarde Szene von Brooklyn schreiben. :) Innerhalb selbstbestimmter Grenzen Kreativität zu entwickeln ist viel spannender, als einfach drauflos zu arbeiten. Es entsteht ein ganz anderer Bezug zur Kunst, Mode oder auch zu Film. So wie damals das Oberhausener Manifest, nur eben für unsere Generation.

Erzähl mir bitte etwas über das Leben in Brooklyn!
Brooklyn ist der Puls der Zeit. Neben vielen Galerien, Cafes und Clubs findet man leer stehend Fabrikhallen, in denen sich junge kreative Künstler, Photographen,  Journalisten treffen um einfach nur... ja, wie soll ich sagen,... zu leben. So ein bisschen Factory Stimmung, nur umgelegt aufs 21. Jahrhundert. Neben dem ganzen Mainstream in Manhattan findet man in Brooklyn die berüchtigte NY Szene mit all dem Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Ich erinnere mich gern an durchzechte Nächte mit  z. B. LCD Soundsystem zurück. Ahhh New Yorker Nächte... :)

Du wurdest in Istanbul geboren und bist auch dort aufgewachsen. Wie würdest du die Istanbuler Modeszene beschreiben?
Die Modeszene in Istanbul ist gerade am werden. Es gibt einige motivierte Leute, die arbeiten wollen und ihre Kreativität in die Welt tragen. Im Gegensatz dazu sagen wir, in NY ist es einfacher Erfolg zu haben, da der Markt so klein ist. Man kann die Stadt nicht mit anderen vergleichen, aber vielleicht wird’s ja was in den nächsten Jahren.
Meine absolute Lieblingsstadt im Moment ist Berlin.

Warum das?
Berlin ist einfach wahnsinnig. Die Stadt platzt vor Kreativität. Überall ist was los. Deshalb fand ich die Möglichkeit meine Arbeit im Rahmen der Berliner Showroom Meile zu präsentieren einfach super. Das Feed -Back war einfach der Wahnsinn und ich werde sicher wiederkommen.

Wer oder was inspiriert dich?
Als Photograph geht es ums Auge. Man muss alles sehen und offen für alles sein. Ich bin ein großer Punk Fan, liebe die französische Nouvelle Vogue Filme und bin von Lars van Trier begeistert.

Wer sind deine Vorbilder?
Ich bewundere die Arbeiten von Jürgen Teller und den Photographen von Self- Service, Purple Fashion. Alle, die ihre Arbeit nicht zu ernst nehmen und über sich selbst und ihre Umwelt lachen können.

Was war dein bester Job?
Ohhh, ich hatte so viele. Das Shooting für Wildfox Couture war wahnsinnig lustig, aber auch anstrengend. Jeder Job ist etwas besonderes und ich lerne nie aus. Man entdeckt neue Seiten an sich und geht über seine Grenzen hinaus.


Did you find fashion or did fashion find you?
Fashion found me. I studied film but could not find a job back then. So I applied at the Milk Studios and tatatata they took me on board. It was a well-paid job and a good school. I was not that interested in fashion but had the chance to work with big names like David Sims (V Magazine, Vogue) or Kutlu (Schwarzkopf, L’oreal). To be honest, I was a really bad intern. I asked question and talked to everyone. All the others just stood around, did what they had to do but didn’t say a word. As time ran by I learned to shut up and just observe the scenery- It was the best school I could have!

How would you describe your work?
To work in fashion and photography you have to have a certain ego, but are not allowed to talk yourself too seriously. Perfect retouched pictures bore me and are just out of date. Sujets, that are imperfect, make just more fun.
I work with a bunch of stylists in New York. I know their work and they know my work- so we develop ideas further and work together on our ideas. I would love to write a manifest about the avant-garde scene in Brooklyn. :) Developing creativity inside of boundaries is way more interesting than just work without any limitations. Kind of an Oberhausen manifest, just for our time. A new approach towards fashion, art , film and music.

How’s life in Brooklyn?
Brooklyn is on top of the time. Next to galleries, cafes and clubs one finds a lot of free-standing factory buildings in which young creative artists photographers and journalists meet up to just… well.. live. It’s a bit like in the 60ies. The whole factory lifestyle just transformed into the 21st century. Next to that entire Mainstream in Manhattan, Brooklyn stands for the wild NY scene with all the Sex, Drugs and Rock’n’Roll. I remember all of those crazy nights out in NY when I partied with LCD Sound system and co. Ahhh NY nights… :)

You have been born and raised in Istanbul. How would you describe the fashion scene over there?
It’s really up and coming. There is a bunch of young people who want to take their  creativity into the world. Its easier to be successful due to the fact that the market in Istanbul compared to lets say New York is really small.  We can just wait and see what the next years bring. But my favourite city right now is Berlin!

Why that?
Berlin is just amazing. All the creativity that bursts out of every corner.  It was so amazing to showcase my work during the Berlin Showroom Meile. The feedback was just incredible. I definitely will come back!

How or what inspires you?
If you’re a photographer, it’s all about the eyes. You have to see everything that goes on in front of you.  I am open for everything. I love Punk music, the French nouvelle Vogue and just adore Lars van Trier.

To whom do you look up to?
I admire the work by Jürgen Teller and all the photographers from Self-service and Purple Fashion. All those photographers who do not take themselves to serious and laugh about themselves and their surrounding.

What was the best job you ever had?
Ohhh, I had many good jobs. I loved the shooting I did for Wildfox Couture. We had so much fun shooting the whole day, one outfit after the other. Every job is something special. You never stop learning.








Pictures/ Bilder:  http://www.emireralp.com/;

X, a.

Keine Kommentare: